Auf zur Bürgerversammlung! 13.01.2011 18.30Uhr Aula / Schulzentrum Leichlingen

‚WupperWandel‘ – ein Schauspiel der Lügen, Utopien und Intriegen

Es ist an der Zeit, das wir das Image der Gartenfreaks ablegen und etwas vernüftigere Informationen über den sog. ‚WupperWandel‘, der vermeintlichen ‚Jahrhundertchance‘ für die Blütenstadt Leichlingen abliefern. Zunächst wollen wir die Fakten checken und auf den Tisch legen:

Am ‚WupperWandel‘ wird seit meheren Jahren geplant, hinter ihm verbirgt sich eine Umstrukturierung der Leichlinger Innenstadt, hauptsächlich des Wupperufers. Dort wo jetzt die blaue Tankstelle und das Kaufparkhaus stehen. Gründe dafür mag es viele geben: Die Tankstelle verschmutzt die Wupper, der Kaufpark ist einfach hässlich, alt und marode und die Wupper, der bekannteste Fluss der Region zwichen Wipperfürth und dem Rhein, fliesst einfach so vorbei. Etwas mehr Öffnung hin zur Wupper, der Wegfall der Tankstelle und eine Modernisierung der Infrastruktur sollte es werden.

Doch leider sind die Zeiten aktuell alles andere als rosig. Wir stecken mitten in der sog. ‚Weltwirtschaftskriese‘, die Stadt Leichlingen ist für ihre Verhältnisse hoch verschuldet. In Halb Europa gibt es bereits Massenproteste und vereinzelt teils heftige Ausschreitungen als Reaktion auf den europaweiten Sparkurs, die Diktatur der Kommunen und der EU und Unfähigkeit der herrschenden Klasse. Auch in Deutschland, doch hier zu Lande wird diese Entwicklung durch die Medien und Politiker_innen totgeschwiegen. Ein Blick in ein Nachrichtenmagazin aus dem nicht-deutschsprachigen Raum genüg allerdings schon, um ein realistisches Bild vor der Lage in unserem Staat zu erhalten. Die Proteste sind durchaus tiefgründiger und weitreichender als Mensch durch die Bilder zb. der Anti-Atom-Proteste vermittelt bekommt. Auch hier in Leichlingen rührt sich der Widerstand.

Viele Leichlinger_innen stellen sich gegen den ‚WupperWandel‘ und es werden von Tag zu Tag mehr. Von einst Dutzenden zu aktuell Hunderten bis, wenn es so weiter geht, hin zu Tausenden irgentwann wächst hier der Widerstand. Viele Mögen sich nun die Frage stellen warum, da Mensch den Eindruck haben könnte, dass das oben beschriebene Projekt gut für Leichlingen sein könnte.

Wir werden das erklären, vorher möchten wir noch eine andere mögliche Blickrichtung auf das Projekt erläutern, anhand einer einzigen These:

„Durch den ‚WupperWandel‘ entsteht ein modernes Einkaufszentrum, mit Marken-Läden, Krims-Krams Geschäften und sog. Trendstores“

Diese These, bzw Utopie oder Luftschloss, haben bis dato sehr viele vor allem junge Leichlinger_innen in ihren Köpfen. In freudiger Erwartung einer Shopping-Mall
befürworten sie das Projekt ‚WupperWandel‘ bzw Intressieren sich nicht weiter dafür. Im Park protestieren ja nur Opas und Omas zusammen mit vermeintlich gewaltbereiten Linksextremisten oder kriminelen Jugendbanden -je nach dem welche Internetseiten Mensch ließt- und das ist sowieso schlecht, da diese ‚Verrückten‘ einem den neuen HighTech Shopping-Tempel vermießen wollen. Das würde ja bedeuten Mensch müsse weiterhin in eine der angrenzenden Großstädte Langenfeld, Solingen oder Leverkusen in die bereits vorhandenen Einkaufzentren fahren.

Und genau das erkennt die Stadtverwaltung. Anstelle Umfragen und vernünftige Aufklärungsaktionen durchzuführen schafft sie Tatsachen. Anstelle die Bürger_innen bereits in der Planungsphase in das Projekt einzubinden wird monate- , jahrelang im Geheimen an einer Suppe gekocht, die am Ende pures Gift für die Demokratie ist. Ein ähnliches Szenario also wie „Stuttgart 21″, eben ohne öffentlichen Projekträger.

Da es diesen nicht gibt und aufgrund von 13Mio Euro an Schulden in der Stadtkasse auch nicht geben kann, wurde ein privater Inverstor gesucht. Dieser wurde in der Heuschrecke ‚Recona GmbH‘ gefunden. Diese Inverstorin hat sich genau auf die Verhältnisse wie wir sie in Leichlingen haben spezialisiert:
Verschuldete Kleinstadt, Platz zum Bauen, billige Aufträge und maximaler Profit am Ende.

Die Stadtverwaltung sieht davon nicht mehr als etwas Steuer, wäre da nicht der neue Rathausvorplatz. Diesen baut die ‚Recona GmbH‘ freundlicherweise, da die Stadt so schlau war ihr den Stadtpark zu schenken! Die ‚Recona GmbH‘ ist eine Meisterin im Pfeilschen, immerhin hat sie es geschafft der Stadtverwaltung den Park abzuluchsen und diese war auch noch so schlichtweg gesagt strunzdumm darauf einzugehen. In einer als ‚guter Tauschdeal‘ verkauften Notlösung wurde den Forderungen der ‚Recona GmbH‘, aus der eigenen Not herraus, nachgegeben. Diese wollte ihr vermeintliches Einkaufszentrum nämlich nicht am alten Standort, dem Kaufparkhaus bauen. Sondern viel lieber mitten in den Leichlinger Stadtpark, unserer ‚Grünen Mitte‘. So wuchs das Projekt auf die Megasumme von geschätzen 25Mio Euro an. Die halbe Innenstadt soll umgebaut werden, die Bauzeit ist bereits für mehr als zwei Jahre angekündigt. Zwei Jahre, in denen es ein tägliches Verkehrschaos geben wird, untermalt von flächendeckenden Baustellen lärm mit viel Schmutz.

Einige der Träumer_innen, die von einer Shopping-Mall ausgehen, dürfte das wenig stören. Vielleicht weil sie etwas entfehrnt wohnen. Was diese Leute allerdings massiv stören wird, ist das Resultat der Bauarbeiten. Hingegen der Meinung vieler soll im Park ein 15 Meter hoher Betonbunker errichtet werden. Unten rein soll ein sog. ‚Lebensmittelvollsortimenter‘ eine weitere Worthülse hinter der sich nichts anderes als ein Billig-Discounter der Firma ‚Rewe‘ verbirgt. Oben rein sollen teure Wohnungen und Praxen, ein paar wenige und vor allem sinnfreie Läden wie ein Matratzengeschäft oder eine weitere Apothe sollen zusätzlich drumherum entstehen. Zum besseren Verständnis, mit Montanus-, Blüten- und Adlerapotheke gibt es bereits auf nichtmal zwei Hektar drei Apottheken, eine vierte soll mit dem ‚WupperWandel‘ kommen.
Die Leute können sich also auf ausgiebige Supermarkt-Shoppingtouren, unangenehme Arztbesuche, überteuerte Wohnungen in ‚beste Lage‘ und haufenweise Pharmaprodukte in den Einkaufstaschen freuen!

Brocken für Brocken bröseln die ganzen Lügen, Utopien und Intriegen von dem nicht kommenden Einkaufszentrum herab, die Wahrheit kommt langsam aber unvermeidlich ans Tageslicht. Und die für das Projekt verantwortlichen Menschen kümmern sich bisweilen nicht um Aufklärung.

Fakt ist:

-Der Stadtpark auf der Rathausseite soll fast völlig umgebaut werden!

-Es kommt definitiv keine Shopping-Mall!

-Die Jahrhundertchance besteht einzig und alleine in den neuen Prunkbauten, wie der Wuppertreppe oder dem neuen Rathausplatz. Alles, was wir Jugendliche dort tun könnten und werden, ist vermeintlich kriminell oder führt zu einem Platzverweis!

-Das Ganze ist eine Fehlplanung, unsere Straßen vertragen nichteinmal die erwarteten Einkäufer_innen Ströhme. d.h. es kommt eine noch schlimmere Blechlawine über unsere Straßen als heute schon!

-Obwohl noch vor Gericht gestritten wird, wird bereits an der Projektrealisierung gebaut!

Ein weiterer, beliebter Vorwand für das Projekt sei die daraus resultierende Stärkung des bereits heute von Leerständen gegeiselten Leichlinger Einzelhandels. Eine Darstellung, die jegliche Logik missen lässt. Wie soll ein 2000m² großer Billig-Discounter, der 95% von der Einzelhandel angebotenen Waren billliger anbietet, die bestehenden und nicht von Ketten subventionierten Geschäfte stärken?

Das Ganze Thema ist eine einzige Maskerade, für einen billigen und unnötigen Tapetenwechsel verkaufen, nein verschenken die Verantwortlichen die halbe Innenstadt!

Verdeutlicht wird dies noch durch den Verkauf des alten Enßlenkaufhauses. Dort wäre genug Platz für einen angemessen kleinen Discounter in der Innenstadt gewesen! Aber nein, dort verkauft seit Kurzem die Tengelmann Tochter ‚tEDI‘ ihre vergifteten Waren. In bester ‚KiK‘-Manier werden in der Strategie dieser Kette nicht nur die Angestellten in den Fillialien durch Niedriglöhne, illegale Überwachung und Missachtungen des Arbeitsrechtes maltretiert, nein, es werden Weltweit Menschen ausgebeutet und Tote billigend in Kauf genommen. Durch Preisdumping leben die Menschen in den Produktionsländern in Armut und Verhungern oder Verbrennen während sie im Akkord Hosen für KiK nähen oder Giftstoffe zu Partyartikel für ‚tEDI‘ verarbeiten. Das ist keine Sciene-Fiction-Verschwörungstheorie, sondern Realität. Zb In Bangladesh, Taiwan oder China.

Das alles um die Ware dann möglichst billig, im Fall von ‚tEDI‘ für einen lächerlichen Euro anbieten zu können. Krebserregend, Fortpflanzungsgefährdend oder sogar Erbgutschädigend sind nur einige wenige der DIN-Gefahrensymbole, die beim Betreten des Ladens auf die lauernden Gefahren hinweisen müssten.

Zur Strategie im Firmen-Modell KiK/tEDI gehört auch das Schaffen der eigenen Kundschaft. D.h. die Angestellten bringen ihren lachaften Lohn auch noch in erheblichen Teilen zurück, da sie gleich im Laden einkaufen weils ja so schön billig ist und Mensch einen Hungerlohn ausgezahlt bekommt. Derartig abgrundtiefem Kapital-Faschismus können wir nur einen möglichst heftigen, nächtlichen und vor allem gründlichen Kabelbrannt in den einzelnen Fillialen wünschen!

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema. Den Leichlinger_innen, die sich intressieren und die noch genug Weitsicht für die folgerichtige Erkennung der Lage haben, stößt das gewaltig auf. Protest wächst, die Leute vernetzen sich und stellen sich quer. Die Stadtverwaltung reagiert wie folgt darauf:

Ende September wollten gut 80-100 Leichlinger_innen die anstehende öffentliche Sitzung des Rats verfolgen, in welcher eine negative Entscheidung bezüglich eines fast schon versprochenen Ratsbürgerentscheides fiel. An der Tür dann die Ernüchterung: Nur Menschen mit Eintrittskarten und Vertreter_innen der Presse wurden reingelassen. Dutzende wütende Leichlinger_innen wurden im Regen stehen gelassen. Nach der Begründung dass der Saal, in dem zum Neujahresempfang an die 200 Menschen tanzen, nur Platz biete für 97 Menschen, brachen Tumulte aus. Die Polizei war Planlos und die Söldnerschaft der Kommunen in Form des Kommunalen Ordnunsdienstes musste die Türen verbarrikadieren. Darüber hinaus wurde eine Sitzblockade einiger Jugendlicher durch heftiges öffnen der Türen gewaltsam ohne Aufforderung und vor allem unter den Augen der sorglosen Polizei aufgelöst. Da ganze geschah am Donnerstag, den 30.09.2010. Dem ‚Schwarzen Donnerstag‘ der Demokratie hierzulande.

Zeitgleich ging die Badenwürtembergische Landesregierung im Stuttgarter Schlossgarten mit Knüppeln, Pfefferspray und Wasserwerfern gegen friedliche Schüler_innen, Retner_innen und Rollstuhlfahrer_innen vor. Das ganze diente der Durchsetzung eines ähnlichen Bauprojektes, was schon in einem weitaus fortgeschritteneren Stadium als das Projekt ‚WupperWandel‘ war.
Dem Untergrund-Durchgangsbahnhof, besser bekannt als „S21″. Resultat waren über 400 Verletzte und eine Tote, welche von Politik und Medien nachträglich frei nach dem Motto „Doppelt gemoppelt hält besser“ totgeschwiegen wird.

Einen Tag später demonstrierten in Wuppertal etwa 120 Menschen für einen sofortigen Baustop in Stuttgart, gegen den ‚WupperWandel‘ und gegen das Wuppertaler Bauprojekt ‚Döppersberg‘. Europaweit gab es Solidaritätsaktionen, Demonstrationen und tägliche Schwabenstreiche. Natürlich erfährt Mensch das alles hierzulande nur durch ausländische Nachrichten-Argenturen, autonome Internetblogs oder Investigative Journalist_innen. Alles Dinge, die von Staat und Systemmedien kriminalisiert und/oder unterdrück werden.

Bereits 3x demonstrierten Hunderte Leichlinger_innen im Park für den Erhalt des Selbigen. Lautstark und durch kreative Aktionen wurde protestiert. Die ‚WupperWandel‘-Lobby hingegen macht nichts anderes, als zu versuchen das ganze herunter zu spielen oder gar jetzt schon zu kriminalisieren. Einezelne Ratsmiglieder und Befürworter_innen sind sich nicht zu schade, auf den Demonstrationen aufzutauchen und Streit anzuzetteln. Sei es durch hirnrissige Redebeiträge oder durch verbales Provozieren der Ordner_innen einer wohlbemerkt bürgerlichen Kundgebung.

Die Liste derartiger Beispiele würden den Rahmen dieses Aufrufes völlig sprengen. Dies dient höchstwahrscheinlich der später möglicherweise erforderlichen Legitimation das Projekt ‚WupperWandel‘ notfalls auch mit Polizeigewalt ähnlich wie in Stuttgart durchzusetzen respektive durchzuknüppeln. Wir werden torzdem nicht weichen!

Das nächste Kapitel im Provinzmelodrama ‚WupperWandel‘ stellt nun der 13.01.2011, ein Donnerstag, dar. An diesem Tag soll in der Aula am Leichlinger Schulzentrum eine Bürgerversammlung stattfinden. In dieser soll das Projekt ‚WupperWandel‘ durchleuchtet werden und die Verantwortlichen der Stadt und der Inverstorin wollen Rede und Antwort stehen. Beginn der Veranstaltung ist um 18.30Uhr.

KOMMT BITTE ALLE!! WIR MÖCHTEN UNSEREN PARK GERNE BEHALTEN UND WOLLEN DEN VERANTWORTLICHEN DAS DURCH EINEN ANSTURM AN PROJEKGEGNER_INNEN KLARMACHEN!!

Wer sich nach Durchlesen des Textes und Austauschens einiger Schlüsselparamenter wie Ortsnamen in einer ähnlichen Lage sieht, die/der sei herzlichst dazu aufgerufen und eingeladen an diesem Tag zu uns in die Blütenstadt zu kommen!

Unterzeichner_innen:

G³-Parkschützer_innen
Autonome Antifa Leichlingen





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